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Big Brother is hearing you: Alexa und der Datenschutz!

Anna K. Anna K.

Amazon verkauft im großen Stil und zu günstigen Preisen smarte Lautsprecher. Doch so günstig, wie die Echos in diversen Varianten erscheinen, sind sie nicht. Denn Alexa und Datenschutz verhalten sich wie Hund und Katz: Ihr bezahlt also mit Euren persönlichen!

Alexa Datenschutz
Alexa und Datenschutz sind nicht die besten Freunde. (Bild: Amazon, Inc./Redaktion)

Ein Desaster in Potenz: Alexa und Datenschutz

Daten sind also die neue Währung – nicht nur für Amazon, sondern auch für Google, Facebook & Co. Doch was speichert Amazon dank Alexa? Zunächst einmal hatte Amazon einen großen Nachteil gegenüber den gerade genannten Unternehmen. Amazon kam nicht so richtig an die Standortdaten der Nutzer heran. Dank der Amazon Alexa App, die Ihr zum Einrichten eines Echo-Gerätes braucht, konnte dieser „Fehler“ behoben werden. Die Zugriffe der Anwendung auf die Daten Eures Telefons sind nahezu allumfassend:

  • Geräte- & App-Verlauf: Aktive Apps abrufen
  • Identität: Konten auf dem Gerät finden sowie hinzufügen, entfernen und verwenden
  • Kontakte: Konten auf dem Gerät finden und lesen
  • Standort: Ungefährer Standort (netzwerkbasiert) sowie den genauen Standort (GPS- und netzwerkbasiert) abrufen
  • SMS: SMS senden
  • Telefon: Telefonstatus und Identität abrufen
  • Fotos/Medien/Dateien/Speicher: USB-Speicherinhalte lesen, ändern oder löschen
  • Kamera: Bilder und Videos aufnehmen
  • Mikrofon: Audio aufnehmen und Einstellungen ändern
  • WLAN: Verbindungen abrufen, herstellen und trennen
  • Geräte-ID & Anrufinformationen: Telefonstatus und Identität abrufen
  • Sonstige: Gerät ein- oder ausschalten, nutzerübergreifend interagieren, Daten aus dem Internet abrufen, Netzwerkverbindungen abrufen, Konten erstellen und Passwörter festlegen, mit Bluetooth-Geräten koppeln sowie auf die Einstellungen zugreifen, Bildschirmsperre deaktivieren, Zugriff auf alle Netzwerke, beim Start ausführen etc.

Alexa Datenschutz App Berechtigung
Bereits die Alexa App verlangt jede Menge Zugriffsrechte. (Screenshot: Redaktion)

Und das sind nur die Daten und Berechtigungen, auf die die App Zugriff hat. Amazon und Alexa selbst sammeln noch weitere Informationen über Euch:

Welche Daten sammelt Alexa?

Zunächst einmal: Nein, Alexa hört nicht nur dann, wenn Ihr sie aktiviert – denn dann würde der clevere Sprachassistent schließlich das Aktivierungswort nicht hören können. Denn selbst, wenn wir davon ausgehen, dass Alexa zwar immer mithört, aber nur aufzeichnet, was nach der Aktivierung gesagt wird, ergibt sich ein Problem. Denn Alexa hört auf mehr als nur einen Namen: Eine Prüfung des TÜV hat ergeben, dass der smarte Assistent auch bei Nennungen wie Alexandra (Alexa), Gecko (Echo) oder „Haben wir schon“ (Amazon) reagiert und mit der Sprachaufzeichnung beginnt. Wenn Ihr dann noch Zugangsdaten, Passwörter und ähnlich sensible Daten austauscht, ist es mit dem Alexa Datenschutz nicht weit her. Und es gibt noch eine weitere Schocknachricht!

Alexa Datenschutz Aktivierungswort
Alexa hört nicht nur auf "Alexa". (Bild: Pixabay/Redaktion)

Daten löschen? Fehlanzeige!

Ein weiterer Konflikt zwischen Alexa und Datenschutz besteht darin, dass Ihr einmal übermittelte Daten nicht mehr löschen könnt. Zwar suggeriert der Online-Händler diese Funktion auf Website und der App: Allerdings könnt Ihr nur die Daten von Eurem Gerät löschen; nicht von Amazons Servern. Der Hinweis auf diesen Umstand wird nur ganz nebenbei erwähnt und von den meisten Usern gar nicht wahrgenommen. Und es kommt noch schlimmer: Denn Ihr könnt aktuell noch nicht einmal in Erfahrung bringen, welche Daten gesammelt wurden – denn (wie gesagt) zu all den Informationen, die Amazon durch die genannten Verfahren erwirbt, kommen noch die Daten hinzu, die Ihr beim Shopping oder beim Streaming eingebt. Es bleibt nur zu hoffen, dass mit der Datenschutz Grundverordnung 2018 – die Ihr hier herunterladen könnt – ein paar der eklatantesten Lücken geschlossen werden.

Alexa Datenschutz Befehle löschen
Eine nahezu unsichtbare Notiz weißt Euch darauf hin, dass Ihr aufgezeichnete Alexa-Befehle nicht löschen könnt. (Screenshot: Redaktion)

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Ab dem 25. Mai tritt die neue Datenschutz Grundverordnung 2018. Hier gibt’s den Gesetzestext!

Datenschutz Grundverordnung 2018
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Lizenzart:
Freeware
System:
Win 7, XP, NT, Vista, 98, ME, 2000, Win 8, IOS, Android, Windows 10
Sprache:
Deutsch
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